Oberflächenbeschichter/in ist die heutige Berufsbezeichnung für den traditionsreichen Beruf der Galvaniseure – zumindest bis zum Erwerb des Meisterbriefes. Denn danach dürfen Oberflächenbeschichter den Titel des Galvaniseurmeisters bzw. der Galvaniseurmeisterin führen.

Ohne es zu wissen, kommt jeder Mensch täglich mit galvanisch behandelten Oberflächen in Berührung. Vom Brillengestell über Leiterplatten und Steckverbindern in der Kaffeemaschine, über den verchromten Wasserhahn bis zu verzinkten Elementen im Auto – überall sind galvanisierte Oberflächen im Spiel.

Dabei gewinnt heute neben der Veredelung von Metallen das Galvanisieren von Kunststoffen immer mehr an Bedeutung. Oder hättest du gedacht, dass dein Duschkopf heutzutage in aller Regel aus Kunststoff besteht, obwohl er doch so schön metallisch glänzt?

Oberflächenbeschichter/in

Für Oberflächenbeschichter gehört die genaue Beurteilung von galvanisierten Oberflächen zu den wichtigen Leistungen ihres Berufsbildes.
Die Industriegalvanik ist ein genau getakteter Produktionsprozess. Hier sind Aufmerksamkeit und Übersicht gefragt.
Die Branche der Oberflächenbeschichtung ist groß, denn gerade in der Industrie sind verschiedenste Oberflächenveredelungen gefragt.
Die auf die Aufsteckgitter gesetzten Produkte werden nach den Tauchgängen durch die verschiedensten Becken genau kontrolliert.
Im Labor werden Prozesse getestet und überprüft, mit denen später große Produktreihen
bearbeitet werden sollen.
Galvanikanlagen sind große Maschinen mit in Reihe stehenden Tauchbecken. Hier werden Objekte im Sekundentakt zu Hunderten beschichtet.
Die Abstimmung einzelner Arbeitsschritte im Team ist notwendig, damit Fehler und Schwachstellen in der Produktion erkannt und abgestellt werden können.
Gerade bei kleinen Auflagen und hochwertigen Produkten muss die Beschichtung perfekt sein.
Dieser Griff ist perfekt beschichtet – er wirkt durch die Oberflächenbeschichtung komplett metallisch, obwohl er im Kern aus Kunststoff besteht.
Für hochqualitative Kleinserien wird oft die Handgalvanik genutzt. Hier werden die zu beschichtenden Objekte von Hand in die Galvanikbecken getaucht.
Typisch für die Oberflächenbeschichtung sind die Aufsteckgitter, auf denen die zu galvanisierenden Objekte angebracht werden.
Hier wird das Produkt von Hand getaucht, dieser Ablauf wird nach einem ausgeklügelten Zeitsystem durchgeführt. Nur so kann außergewöhnliche Qualität sichergestellt werden.
Das Galvanikbecken wird unter Gleichstrom gesetzt. Dadurch werden die in der Flüssigkeit gelösten Metallpartikel an die zu galvanisierenden Objekte gezogen und beschichten es.
Für ideale Ergebnisse sind präzise Einstellungen für verschiedene Werkstücke und Beschichtungsarten notwendig.
Die Aufbereitung von einfachen, zur Produktion benötigten Chemikalien, gehört zum Berufsbild des Oberflächenbeschichters.
 

Ausbildungsform:

dual, d. h. Betrieb und Schule

Ausbildungsschwerpunkte:

Anlagen- und Verfahrenstechnik, Qualitätstechniken und Umweltschutz

Ausbildungsdauer:

Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre

Berufsschule:

i. d. R. Blockunterricht

Standorte in Deutschland:

Arnstadt (Thüringen), Nürnberg,
Pforzheim, Solingen und Zwickau

Weiterbildungsmöglichkeiten:

z. B. Galvaniseur-Meister/in
z. B. Galvanotechniker/in
z. B. Oberflächeningenieur/in

Ausbildungsvergütung:
€ 730 im 1. Ausbildungsjahr
€ 760 im 2. Ausbildungsjahr
€ 810 im 3. Ausbildungsjahr

(gem. Entgelttarifvertrag zwischen Bundesinnungsverband der Galvaniseure, Graveure und Metallbildner und IG Metall)

Urlaub:

Die Ausbildungsbetriebe gewähren in aller Regel 30 Urlaubstage pro Jahr

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